
Was ich an System of a down so liebe? Diese ständigen Wechsel. Es ist charakteristisch für diese Band, dass sie so mittelschnell anfängt, dann wie wild rumhämmert, bevor sie einen auf besinnlich macht – nur um dann noch härter weiterzuhämmern. Ausrasten auf Kommando. Geil. Und doch wünsche ich mir manchmal mehr dieser ruhigen Passagen, weil man währenddessen wunderbar abschalten kann.
Ein ganzes Album dieser Tonart kam heute per Post. Midlake heißt die Band, die mit “The Courage Of Others” ihren ersten Langspielertonträger seit fast vier Jahren vorlegt. Es ist kaum anzunehmen, dass der Albumtitel tatsächlich auf Bands wie System of a down gemünzt ist, obwohl: Mutiger sind sie mit ihren Tempo-wechsel-dich-Spielchen auf jeden Fall. Nein, der Titel zeigt recht deutlich, dass Understatement Trumpf ist bei der texanischen Kapelle.
Frontmann Tim Smith schwebt mit seiner Stimme über den schwergängigen und doch federleichten Arrangements, die irgendwo in die 70er Jahre gehören. Wie das klingt? Nach Lagerfeuermucke für Fortgeschrittene: Dominante Gitarren, das Schlagzeug ergänzt unauffällig, Hörner und Flöten komplettieren, während Streicher dem Ganzen noch das I-Tüpfelchen an Besinnlichkeit aufsetzen. Da werde sogar ich zum entspannten Menschen. Wenn auch nur für 45 Minuten.
Midlake – The Courage of Others
Cooperative Music
29. Januar 2010
Erhältlich auf CD, Vinyl und als Download
Ein kleiner Trailer:

